8. August 2021

Sixpacks & Schönheitsideale

Sixpacks & Schönheitsideale

Wie schön findest du dich?

Lass die Frage einfach mal wirken. Antworte nicht darauf.

Sondern spüre was bei der Frage passiert…

Zählst du im Kopf Pro und Contras deines Körpers auf?

Denkst du vielleicht an Situationen in denen anderen Menschen dir das Gefühl gegeben haben nicht schön / nicht gut genug zu sein?

Kommen Bilder hoch, die du auf Social Media siehst und auf Basis des Vergleichs mit diesem „Ideal“ bewertest du dein Selbstbild?

Schämst du dich?

Zusammengefasst: Wie fühlst du dich bei der Frage?

Schönheitsideale

Schönheitsideale sind immer abhängig von der Kultur in der wir leben. Von körperlicher Beschaffenheit bis hin zur Betonung von bestimmten Körperarealen, Schmuck, Mode und Sitten haben viele Dinge Einfluss auf das Schönheitsideal einer Kultur.

Es gab Zeiten in denen Fettleibigkeit das angestrebte Ideal war, so wie heute der Kardashian-Sanduhr-Körper und früher der Slim-Fit-Body. Mittlerweile leben wir in einer Zeit in der Diversität über allem hochgehalten wird. Dennoch gibt es Glaubenssätze und Vorstellungen, die in unseren Köpfen eingebrannt sind, die zu einem negativen Umgang mit dem eigenen Körper führen.

Ein Sixpack ist nicht gleichzusetzen mit Gesundheit

Social Media ist sicherlich ein Einflussfaktor, der nicht wegzudenken ist und der das Bild eines „schönen“ Körpers prägt. Man gebe nur einmal den Hashtag #Fitness in die Suchzeile bei Instagram ein und man findet Millionen von Beiträge mit „Workout-Tipps“ in figurbetonter Kleidung. Sixpack und Muskeln allem voran.

Daran ist zunächst nichts negatives. Dennoch setzen wir Fitness oft mit Gesundheit gleich und vergessen, dass Gesundheit ein komplexer Zusammenhang aus mehreren Faktor neben dem Körperlichen ist. Gesundheit hat emotionale, seelische, soziale und manch einer wird sagen spirituelle Aspekte.

Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern das Wohlbefinden all diesen Bereich. Dennoch verlieren wir den Blick für das Große Ganze schnell aus dem Auge. Wenn wir kein Sixpack haben oder nicht einem bestimmten Ideal entsprechen, fühlen die meisten von uns einen Mangel, der den Umgang mit Sport, Bewegung und dem eigenen Körper beeinflusst.

Definition von Ästhetik

Was hat das alles mit dem Thema Ästhetik zu tun?

Ästhetik ist zunächst ein Zweig der Philosophie (def.: Liebe zur Weisheit). Ästhetik wird definiert als die Lehre der Wahrnehmung. Wenn uns eine Sache sinnlich berührt, finden wir sie ästhetisch. Dies kann ein Feldweg sein, an dessen Wegesrand die Sonnenblumen in der Abenddämmerung rot leuchten. Es kann das leichte rosa der Wangen sein, nachdem sich die Blicke trafen. Es kann die Tiefe der Berge sein, die das Foto „Le glacier du Jomolhari“ von Mathieu Ricard hinterlässt.

Wenn wir uns mit unserem Körper beschäftigen und vielleicht eine gewisse körperliches Ästhetik anstreben, wollen wir dies meist aus dem Wunsch heraus gesünder zu sein (hier zu verstehen als: „ich will mich besser fühlen“). Demnach ist zu erkennen, dass ein anderes Aussehen am ehesten mit dem emotionalen Wohlbefinden / emotionaler Gesundheit verbunden ist.

Wir mögen nicht wer wir sind und wollen uns besser fühlen.

Meine Bewegungsreise

Meine Reise mit dem Thema Bewegung hat genau da gestartet. Ich wollte ein Sixpack, wollte Muskeln und habe dies als Bild des gesunden Mannes gesehen. Mit 12 Jahren habe ich Zuhause angefangen stundenlang Core-Workouts und Liegestütze zu trainieren.

Mit 16 Jahren war ich dann endlich alt genug um ins Fitnessstudio zu gehen und habe mich nach der Einweisung an Geräten und im Freihantel Bereich ausgetobt. Ich habe alle Workouts und Trainingsprogramme ausprobiert, die ich in die Finger bekommen habe. Von Men’s Health über 10×10 German Volumen Training zu Powerbuilding Plänen und CrossFit Workouts. Ich hab sie alle gemacht!

Doch irgendwie hat mich das gepumpe nie wirklich nachhaltig genug motiviert. In dem Versuch stärker zu werden und mehr Muskeln aufzubauen, mein äußeres zu verändern, erlebte ich immer wieder herbe Rückschläge. Phasen in denen ich zwar zum Training gegangen bin, aber eigentlich nur stumpf ein paar Übungen gemacht habe und wieder gegangen bin. Phasen in denen ich in einer Woche 3 verschiedene Pläne angefangen und wieder aufgehört habe, weil ich dachte, dass es da etwas geben muss, was mich noch schneller zum Ziel bringt.

Natürlich wusste ich damals schon, dass es nicht von heute auf morgen passiert und das meine Ernährung ein ebenso wichtiger Teil ist, den es zu beachten gilt. Das Grundproblem der fehlenden Motivation hatte aber einen anderen Ursprung!

Inneres Wachstum & Äußere Veränderung

Elon Musk hat mal gesagt:

If you need motivation to do it, don’t do it!

Ich habe mich einfach nicht an der Einseitigkeit des klassischen „Fitnesstrainings“ begeistern können. Mir war das ganze zu langweilig und vor allem hatte ich nur das Ziel der körperlichen Veränderung vor Augen. Ein leeres Ziel. Ich dachte mir: „Was ist wenn ich ein Sixpack habe?! Was dann…?“

Ich bin schon immer jemand gewesen, der nie still sitzen konnte. Ich habe mich immer bewegt, egal ob Fußball, Laufen oder anderen Sportarten. Immer auf Trab, weil ohne Bewegung ich mich elend fühle.

Demnach brauchte ich etwas, was mich packt, was mich innerlich so inspiriert, dass ich nicht mehr darüber nachdenke OB ich zum Sport gehe, sondern nur WANN.

In meiner Arbeit mit hunderten Menschen habe ich gesehen, dass für viele die körperliche (äußere) Veränderung eine hohe Priorität hat, sie aber nicht weiterkommen, weil sie wie ich damals, mit einem falschen Ansatz an dieses Thema herangehen. Sie streben die Veränderung im Außen zwar an, aber ohne sich zu fragen, was im Innern dafür passieren muss. Was hinter diesem Ziel steht? Welche Glaubenssätze und Emotionen sie mit ihrer aktuellen Situation verbinden.

Denn erst wenn wir uns bewusst werden, warum wir eine Sache erreichen wollen, finden wir die richtigen Wege sie zu erreichen.

Oder wie Nietzsche sagte:

Jeder der ein ‚Warum‘ in seinem Leben hat, kann jedes ‚Wie‘ ertragen.

Damals habe ich eine Lektion gelernt, die ich dieses Jahr ein weiteres Mal vor Augen geführt bekommen habe:

Wir können uns im Außen erst ändern, wenn wir bereit sind uns im Innern zu ändern.

Bewegung ist heilsam

Viele Trainierende werden dir berichten und vielleicht hast du diese Erfahrung ebenfalls bereits gemacht, dass Sport ihr Balsam für die Seele ist. Vielleicht sagen sie auch etwas wie „da bekomme ich den Kopf frei“ oder „ohne Sport werde ich unaushaltbar“.

Jeder Mensch hat einen angeborenen Bewegungsdrang. Doch viele Menschen haben sich dem entwöhnt und ihr Körper ist einfach nicht in der Lage dazu sich zu bewegen. Verspannungen und Schmerzen hindern viele daran sich „einfach zu bewegen“ und der natürliche Bewegungsdrang wird überlagert von negativen Assoziationen wie „Sport ist anstrengend“, „ich bin kein Sportler“, „ich bin von Natur aus faul“ etc.

Movement is not a punishment for what you ate but a celebration for what your body is capable of.

Ich habe es immer wieder gesehen, dass Menschen, die jahrelang in Schmerzen gelebt haben irgendwann zu diesem Körperbewusstsein zurückgefunden haben. Und das nicht, weil sie ein paar geheime Übungen gemacht haben, um die Schmerzen zu bewältigen, oder einen tollen „10 Weeks to Movement Positivity-Trainingsplan“ verfolgt haben.

Diese Menschen haben zunächst ihre Einstellung und damit ihr Verhalten gegenüber Bewegung und ihrem Körper verändert. Das ist das erste worauf ich im Coaching eingehe (und wie ich diesen Blogartikel begonnen habe).

  • Wie stehst du zu deinem Körper?
  • Wenn du in den Spiegel schaust, was verbindest du mit dir?
  • Wie fühlst du dich in deinem Körper / in Bewegung?

Wenn du es schaffst auf diese Fragen mit einem guten Gefühl zu reagieren, dann bist du einen großen Schritt näher auch deine körperlichen Ziele im Außen zu erreichen! Als ich angefangen den Sport zu machen, auf den ich richtig Bock habe, kamen die Dinge wie von selbst. Ich habe von klassischen Krafttraining zu Mobility, Gymnastics Strength Training und Calisthenics geswitcht und später Weightlifting hinzugefügt. Ich habe Handstand, Ring Muscle-ups gelernt und Spagat gelernt, meine Kraftwerte stiegen stetig und mein Körperbau hat sich extrem verändert. Und das alles obwohl ich keine Zahlen getrackt habe, keinen geradlinigen Trainingsplan verfolgt habe und mich nicht verrückt gemacht habe, wie die „perfekte“ Trainingsprogression aussieht.

Ist dies der einzig wahre Weg sportliche Leistungen zu erreichen? Auf gar keinen Fall! Alles ist zielabhängig und individuell. Und jedes Ziel braucht ein starkes ‚Warum‘. Ich möchte dich mit diesem Beitrag einfach dazu inspirieren ein wenig Selbstreflexion zu betreiben, bevor du versucht die Lösungen im Außen zu suchen.

Change happens from within.

Nur weil du auf Social Media oder sonst wo im Internet vor allem „Get shredded fast“ und „Fatburner Workout at Home“ findest und das ästhetische Schönheitsideal ein Körper mit Sixpack und dickem Booty ist, heißt das nicht das dies der einzige Weg ist. Gehe deinen Weg und du wirst nicht mehr so oft nach der Richtung fragen müssen!

Teile den Beitrag mit einem Freund, der ihn lesen sollte. Und hinterlasse mir gerne deine Meinung zum Thema auf Instagram!

Keep moving, stay sexy

Dein Leon 🐒

Moving Monkey® Akademie

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